8 Gründe, warum positive Emotionen für dich wichtig sind
Aktualisiert: vor 2 Tagen
«Ich bin morgens um 3 Uhr hellwach. An ein Einschlafen ist nicht mehr zu denken. Neben meiner Verantwortung als Unternehmer habe ich auch noch einige Ämter, die mir im Moment viel abverlangen. Die Auftragslage ist auch nicht gerade rosig. All das macht mir Bauchweh und raubt mir den Schlaf», erzählt mir Unternehmer Peter sichtlich bewegt.

Vielen geht es ähnlich wie Peter. Die Dinge sind aus dem Lot. Veränderung, wohin wir schauen. Unternehmen sind gefordert, genauso wie Politik und Wirtschaft. Und wir als Persönlichkeit mittendrin fühlen uns wie im Schleudergang.
Das Wichtigste in Kürze
Positive Emotionen sind kein Luxus, sondern eine Ressource: Sie erweitern deinen Blick, machen dich kreativer und helfen dir, dich schneller von Stress und Krisen zu erholen.
Laut der Broaden-and-Build-Theorie von Barbara Fredrickson öffnen positive Emotionen dein Denken und bauen langfristig Ressourcen auf, zum Beispiel Selbstvertrauen, Achtsamkeit, Lebenssinn und tragfähige Beziehungen.
Nicht die Intensität zählt, sondern die Häufigkeit: Viele kleine schöne Momente wirken mehr als seltene Höhepunkte.
Mehr Freude kommt nicht automatisch mit weniger Leid. Dafür sorgst du am besten täglich selbst, etwa mit schönen Erinnerungen, Tagträumen oder dem Fokus auf das, was gelingt.
Meine Lieblingsmethode ist die «Schatztruhe der positiven Gefühle»: eine Box oder ein Ordner auf dem Handy mit Fotos, Zitaten und Dingen, die dich sofort auftanken.
Inhalte dieses Artikels
Negative Emotionen können uns in solchen Zeiten richtiggehend überrollen. Peters Körper sendet ihm eindeutige Signale, dass sein Leben seit geraumer Zeit aus dem Lot ist.
Oft meinen wir, zuerst müssten wir einen Partner haben, eine schönere Wohnung oder eine bessere Stelle finden. Dann käme das Glück von selbst.
Das ist ein Trugschluss.
Wir empfinden nicht automatisch mehr Freude und Sinn, nur weil wir weniger Leid und Schmerz erleben. Dafür müssen wir täglich selbst sorgen.
Fühlst du dich überwältigt?
6 Anzeichen dafür, dass du dich jetzt um deine Gefühle kümmern solltest
Du hast kaum Zeit für dich, deine Hobbys und Interessen.
Dich plagt ein schlechtes Gewissen, wenn du dir etwas gönnst oder etwas geniesst.
Du bist für alle anderen da (Partner oder Partnerin, Kinder, Mitarbeitende), kommst aber selbst zu kurz.
Du zweifelst an dir und deinem Leben.
Du bist unzufrieden.
Du funktionierst nur noch.
So kommst du gut durch turbulente Zeiten
Nimm dir Zeit zum Reflektieren.
Informiere dich, wo du Unterstützung findest. Das ist ein Zeichen von Stärke.
Integriere wirksame Übungen in deinen Alltag.
Wer achtsame Selbstführung (Self-Leadership) und die Instrumente von Positive Leadership kennt und anwendet, führt sich selbst und die Mitarbeitenden fokussierter, energievoller und gesünder durch turbulente Zeiten.
Martin Seligman, der Gründervater der Positiven Psychologie (der Wissenschaft vom gelingenden Leben und Arbeiten), hat dafür 2011 in seinem Buch «Flourish» das PERMA-Modell vorgestellt. PERMA ist ein Akronym und steht für fünf Wege, wie wir mehr Wohlbefinden in unser Leben bringen und aufblühen statt ausbrennen.
Positive Emotionen auslösen: Mit Peter im Gespräch
Ich fragte Peter: «Kennst du das PERMA-Modell?» Dann erklärte ich ihm den ersten Buchstaben.

Das PERMA-Modell mit seinen 5 Bereichen
Das PERMA-Modell beruht auf Forschungsergebnissen der Positiven Psychologie. Sie erforscht, was Menschen glücklich macht und welche Bedingungen sie brauchen, um ihr Potenzial zu entfalten. Die fünf Buchstaben stehen für:
Positive Emotions: positive Emotionen
Engagement: Engagement und Vertiefung
Relationships: positive Beziehungen
Meaning: Sinn
Accomplishment: Zielerreichung
PERMA gehört heute zu den bekanntesten Modellen für Wohlbefinden. Jeden Bereich kannst du beeinflussen und mit Fragebögen wie dem PERMA-Profiler auch messen.
Das P von PERMA steht für positive Emotionen.
Peters Augen beginnen zu leuchten.
Dann frage ich Peter: «Wie viel Ferien machst du?»
Peter senkt den Kopf und sagt: «Zwei Wochen pro Jahr.»
Zwei Wochen, schiesst mir durch den Kopf. Das ist zu wenig, denke ich und frage weiter.
«Was tut dir gut, Peter? Wo fühlst du dich wohl?»
Peter erzählt: «Bergtouren bedeuten mir sehr viel. Zeit in der Natur zusammen mit meiner Frau und meinen zwei Kindern, da fühle ich mich rundum wohl.»
Ich: «Wie viel Ferien würden dir denn guttun?»
Peter wird plötzlich lockerer, und es sprudelt nur so aus ihm heraus. Voller Freude erzählt er: «Fünf Wochen. Am liebsten noch einen Tag pro Monat zusätzlich, ganz für mich allein.» Er würde noch mehr schöne Gegenden in der Schweiz erkunden und schöne Kinderhotels aussuchen, in denen sich die ganze Familie verwöhnen lässt.
Peter erkennt in unserem Gespräch, dass er einiges in seinem Leben ändern will. Er setzt sich dafür hohe Ziele.
Er sagt: «Ich bin fokussiert, präsent, lebe zufrieden und habe eine gesunde Familie und ein gesundes Unternehmen.»
Peter hat gerade eine zentrale Stellschraube gefunden, wie er zu mehr Wohlbefinden, erholsamem Schlaf und neuer Energie kommt. Ich kann sie förmlich greifen, die positiven Emotionen vibrieren im Raum.
Schöne Erinnerungen aktivieren positive Emotionen
Positive Emotionen kannst du aktivieren, indem du in schöne Erinnerungen eintauchst, tagträumst oder, wie Peter, davon erzählst.
Wie du das für dich nutzen kannst? Lies weiter. Ich habe dir dazu eine einfache und wirksame Methode mitgebracht.
Doch zuvor noch ein wichtiger Punkt: Negative Emotionen engen uns ein. Wir bekommen einen Tunnelblick und sehen nur noch Probleme statt Lösungen. Die gute Nachricht: Auch in turbulenten Zeiten hast du Möglichkeiten, positive Emotionen zu erleben.
Positive Emotionen erweitern deinen Horizont
Positive Emotionen weiten deinen Blick und dein Bewusstsein. Sie öffnen deinen Geist wie ein Tor. Neue Ideen, kreative Impulse und Lösungen fliegen dir förmlich zu.
Was die Forschung dazu sagt
Barbara Fredrickson ist Professorin für Psychologie und leitet das Positive Emotions and Psychophysiology Lab (PEPLab) an der University of North Carolina at Chapel Hill. Aus ihrer jahrelangen Forschung ist die Broaden-and-Build-Theorie der positiven Emotionen entstanden.
Broaden heisst erweitern: Positive Emotionen weiten kurzfristig deine Aufmerksamkeit und dein Denken. Build heisst aufbauen: Daraus wachsen mit der Zeit dauerhafte Ressourcen, auf die du auch in schwierigen Phasen zurückgreifen kannst.
In ihrem sehr lesenswerten Buch «Die Macht der guten Gefühle» zeigt sie, dass
positive Emotionen Herz und Geist öffnen,
dir neue Ideen und Lösungen leichter zugänglich sind,
positive Emotionen körperliche Veränderungen auslösen, die dich entspannen und Freude spüren lassen,
deine persönlichen Ressourcen auf lange Sicht wachsen.

Positive Emotionen im Führungsalltag: Was in Meetings passiert
Montagmorgen, Teammeeting. Der Umsatz ist im letzten Quartal eingebrochen. Die erste Wortmeldung: «Das war ja klar, bei diesen Lieferfristen.» Die zweite: «Und die Konkurrenz ist sowieso billiger.» Nach zwanzig Minuten wissen alle, was schiefläuft. Eine Lösung hat niemand.
Jetzt daselbe Meeting, anderer Einstieg. Die Teamleiterin fragt zuerst: «Was ist uns letzte Woche gelungen?» Ein Mitarbeiter erzählt von einem Kunden, den er trotz Lieferverzug halten konnte. Die Stimmung im Raum hellt sich auf. Dann kommt das Problem auf den Tisch, genauso offen wie vorher. Doch jetzt fragt jemand: «Was hat bei diesem Kunden funktioniert, und können wir das auf andere übertragen?»
Die Herausforderung ist dieselbe. Die Bearbeitung ist lösungsorientierter.
Die Arbeitspsychologin Simone Kauffeld hat mit ihrem Team an der TU Braunschweig 92 reguläre Teamsitzungen auf Video aufgezeichnet und jede Aussage ausgewertet. Das Ergebnis: Klagen löst Klagen aus. Eine Beschwerde zieht die nächste nach sich, die Forschenden sprechen von Jammerschleifen. Lösungsorientierte Aussagen verstärken sich dagegen ebenfalls gegenseitig. Teams mit mehr lösungsorientierter Kommunikation waren zufriedener mit ihren Sitzungen und produktiver. Und ihre Unternehmen waren noch zweieinhalb Jahre später erfolgreicher.
Das passt zur Broaden-and-Build-Theorie. Positive Emotionen weiten den Blick. Wer den Blick weitet, sieht Lösungen statt nur Probleme.
Deine Mikropraktik für die nächste Sitzung: Beginne mit zwei Minuten zur Frage «Was ist uns seit dem letzten Mal gelungen?». Erst dann kommen die Probleme auf den Tisch. Nicht weniger ehrlich, aber mit mehr Energie.
Positive Emotionen stärken deine Resilienz (Widerstandskraft)
Meine 3 Tipps für sofortige Erleichterung in einer turbulenten Situation:
Denk an etwas Schönes, zum Beispiel an ein Treffen mit Freunden oder an dein Hobby.
Erinnere dich an ein schönes Kompliment von einem Kunden oder einer Kollegin.
Stell dir vor, wo du deine nächsten Ferien verbringst.
Solche Momente können in deinem Körper Botenstoffe freisetzen, die umgangssprachlich oft «Glückshormone» heissen: Dopamin, Endorphine, Oxytocin und Serotonin. Sie sind an deinem Gefühlsleben und damit an deinem Wohlbefinden beteiligt. Wie diese vier Botenstoffe zusammenspielen, erklärt das Wissenschaftsmagazin In-Mind anschaulich. Ganz so einfach ist es allerdings nicht: Glück lässt sich nicht auf vier Botenstoffe reduzieren.
Dieses psychische Wohlbefinden, wie es in der Fachsprache heisst,
lässt dich produktiver arbeiten,
fördert gelingende Beziehungen,
fördert deine Kreativität und dein Engagement,
hilft dir, Angst, Stress und Wut schneller abzubauen,
erleichtert dir den Umgang mit Belastungen und Problemen,
befähigt dich, deine Fähigkeiten und Stärken abzurufen und besser zu nutzen,
stärkt deine innere positive Haltung und öffnet dein Interesse für deine Mitarbeitenden.
Positive Emotionen wirken nach
Barbara Fredrickson beschreibt positive Emotionen als innere Signale. Sie sagen dir:
ich bin sicher,
ich bin zufrieden,
alles ist gut,
mein Leben ist schön.
Damit wirken sie über den Moment hinaus. Sie bestimmen mit, ob du aufblühst oder ausbrennst.
8 Gründe, warum positive Emotionen für dich wichtig sind
Du erholst dich schneller von Stress. Fredrickson und ihr Kollege Robert Levenson zeigten 1998 in Experimenten: Wer nach einer Stresssituation positive Gefühle erlebt, dessen Herzschlag und Blutdruck normalisieren sich schneller. Die Forschenden nennen das den Undo-Effekt.
Du baust Ressourcen auf, zum Beispiel Selbstvertrauen, Selbstakzeptanz, Achtsamkeit und Lebenssinn.
Du stärkst deine Gesundheit. Studien deuten auf einen Zusammenhang mit dem Immunsystem hin. In einer bekannten Studie des Psychologen Sheldon Cohen erkrankten Menschen mit einem positiven Gefühlsstil seltener an einer Erkältung, nachdem die Forschenden sie gezielt mit Erkältungsviren in Kontakt gebracht hatten.
Deine Beziehungen werden tiefer und vertrauensvoller.
Du nimmst mehr wahr. Dein Problemdenken nimmt ab, und du findest leichter neue Ideen, kreative Impulse und Lösungen für deine Herausforderungen.
Du hast mehr Erfolg im Beruf. Die Psychologen Sonja Lyubomirsky, Laura King und Ed Diener haben 2005 Hunderte Studien ausgewertet. Ihr Befund: Menschen, die häufig positive Gefühle erleben, sind im Beruf erfolgreicher. Und oft kommt das gute Gefühl zuerst, der Erfolg danach.
Dein Team arbeitet lösungsorientierter. Positive Stimmung wirkt sich direkt auf Sitzungen, Zusammenarbeit und Leistung aus. Mehr dazu weiter oben im Abschnitt über den Führungsalltag.
Deine Kunden spüren es. Stimmungen stecken an. Der Organisationspsychologe S. Douglas Pugh hat 2001 in Bankfilialen beobachtet: Wenn Mitarbeitende positive Gefühle zeigten, waren auch die Kunden besser gestimmt und bewerteten den Service höher.
Eine alte Weisheitsgeschichte bringt es auf den Punkt:
Ein Geschäftsmann kam zum Meister und fragte ihn nach dem Geheimnis eines erfolgreichen Lebens. Der Meister antwortete lächelnd: «Mach jeden Tag einen Menschen glücklich!» Und schliesslich fügte er hinzu: «Auch wenn dieser Mensch du selbst bist.»
Fokus hilft
Um von positiven Emotionen zu profitieren, müssen sie nicht besonders intensiv sein. Du musst sie nur oft genug erleben. Das zeigte der Glücksforscher Ed Diener schon 1991: Für dein Wohlbefinden zählt vor allem, wie häufig du positive Gefühle erlebst, und weniger, wie stark sie sind.
«Das Leben setzt sich aus vielen kleinen schönen Momenten und Augenblicken des Glücks zusammen.»
Mein Tipp für dich: Lenke deinen Fokus darauf,
was gut läuft,
was gelingt,
mit welchen Menschen du dich wohlfühlst,
wo es dir gefällt,
was du gut kannst.
«Häufig erlebte positive Emotionen verstärken ihre Wirkung. Sie tragen zum Erfolg deines Unternehmens bei.»
Positiv heisst nicht: immer gut drauf
Eines ist mir wichtig. Positive Emotionen zu fördern heisst nicht, negative Gefühle wegzulächeln.
Angst warnt dich vor Gefahr.
Wut zeigt dir, wo deine Grenzen verletzt wurden.
Trauer hilft dir, Abschied zu nehmen.
Diese Gefühle haben eine Aufgabe. Wer sie unterdrückt, verliert wichtige Informationen.
Toxische Positivität nennt man die Haltung, die jedes schwierige Gefühl sofort überdecken will. Du kennst die Sätze: «Denk einfach positiv.» «Anderen geht es viel schlechter.» «Kopf hoch, wird schon.» Sie sind meist gut gemeint. Doch sie sagen dem Gegenüber: Dein Gefühl ist hier nicht erwünscht.
Die Forschung zeigt etwas Überraschendes. Die Psychologin Brett Ford und ihre Kollegen fanden 2018 heraus, dass Menschen, die ihre negativen Gefühle annehmen statt sie zu bewerten, unter Stress weniger negative Gefühle erleben und psychisch gesünder sind. Wer sich erlaubt, traurig zu sein, kommt oft schneller wieder heraus.
Im Führungsalltag hat toxische Positivität einen hohen Preis. Wenn im Team nur gute Nachrichten erwünscht sind, sprechen Mitarbeitende Probleme nicht mehr an. Sie verschwinden nicht. Sie werden nur später sichtbar, und dann teurer. Lösungsorientierung beginnt deshalb immer mit einem ehrlichen Blick auf das Problem.
Auch Peter hat seine schlaflosen Nächte nicht weggelächelt. Er hat sie ernst genommen, als Signal, dass etwas aus dem Lot ist. Erst dann konnte er fragen, was ihm guttut.
Es geht also nicht darum, Negatives zu verdrängen. Es geht darum, dem Positiven genug Raum zu geben.
Deine persönliche Schatztruhe: Positive Emotionen erzeugen
in 5 einfachen Schritten
Diese Methode lehnt sich an das «Positivity Portfolio» an, das Barbara Fredrickson in ihrem Buch beschreibt. Damit rufst du positive Emotionen ganz gezielt hervor.
Und so geht's:
Finde eine schöne Box. Ich habe eine Box genommen, die ich einmal geschenkt bekam und die mir heute noch ausgezeichnet gefällt.
Sammle «Schätze» für deine «Schatztruhe der positiven Gefühle». Das können Zitate, Fotos und Dinge sein, die positive Gefühle in dir wecken. Gegenstände, die dich mit positiven Gefühlen erfüllen, sobald du sie in die Hand nimmst. Oder Geschenke von lieben Menschen.
Lege all diese Dinge in deine Schatztruhe.
Immer wenn du im Alltag eine Portion positive Gefühle brauchst, holst du deine Schatztruhe hervor.
Lass dich von all den schönen Momenten und Erlebnissen auffüllen, an die dich deine Schätze erinnern.
Bring mit der digitalen Schatztruhe noch mehr Glück, Inspiration, Vergnügen und Liebe in dein Leben. Leg sie dir einfach auf deinem Handy an.
Möchtest du wissen, was in meiner digitalen Schatztruhe steckt?
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Über die Autorin | Jacqueline Scherrer
Schön, dass du da bist. Ich begleite Unternehmer:innen und Führungskräfte auf dem Weg zu innerer Exzellenz und einer Führung, die Menschen aufblühen lässt. Im Zentrum meiner Arbeit steht die Positive Psychologie: die Wissenschaft, die erforscht, was ein gelingendes Leben und Arbeiten fördert. Was ich hier schreibe, verbindet Forschung mit zwanzig Jahren Praxis und über tausend begleiteten Menschen.
Elf Jahre UBS, zuletzt im Private Banking. Seit 2006 selbstständig, zuerst als Coach bso, dann als Organisationsberaterin mit eidg. Diplom und Beraterin der Positiven Psychologie. Parallel 20 Jahre als Ausbilderin in Persönlichkeitsentwicklungsthemen und in der Ausbildung angehender Coaches und Supervisoren. Der rote Faden: Wirtschaft und Weiterentwicklung verbinden – für Menschen, die wachsen und aufblühen wollen.
Ich lebe und arbeite in Wilen bei Wil in der Ostschweiz. Meine besten Gedanken kommen mir auf meiner täglichen Waldrunde, wo ich auch Energie tanke.
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Literatur und Quellen
Blickhan, Daniela (2018, 2. Auflage). Positive Psychologie. Ein Handbuch für die Praxis. Paderborn: Junfermann.
Cohen, Sheldon et al. (2003). Emotional style and susceptibility to the common cold. Psychosomatic Medicine, 65(4), 652–657.
Diener, Ed, Sandvik, Ed & Pavot, William (1991). Happiness is the frequency, not the intensity, of positive versus negative affect. In: Strack, Argyle & Schwarz (Hrsg.), Subjective Well-Being. Oxford: Pergamon.
Ford, Brett Q., Lam, Phoebe, John, Oliver P. & Mauss, Iris B. (2018). The psychological health benefits of accepting negative emotions and thoughts. Journal of Personality and Social Psychology, 115(6), 1075–1092.
Fredrickson, Barbara L. (2025). Die Macht der guten Gefühle. Wie eine positive Haltung Ihr Leben dauerhaft verändert. Frankfurt am Main: Campus.
Fredrickson, Barbara L. & Levenson, Robert W. (1998). Positive emotions speed recovery from the cardiovascular sequelae of negative emotions. Cognition and Emotion, 12(2), 191–220.
Kauffeld, Simone & Lehmann-Willenbrock, Nale (2012). Meetings matter: Effects of team meetings on team and organizational success. Small Group Research, 43(2), 130–158.
Kauffeld, Simone & Meyers, Renee A. (2009). Complaint and solution-oriented circles: Interaction patterns in work group discussions. European Journal of Work and Organizational Psychology, 18(3), 267–294.
Lyubomirsky, Sonja, King, Laura & Diener, Ed (2005). The benefits of frequent positive affect: Does happiness lead to success? Psychological Bulletin, 131(6), 803–855.
Pugh, S. Douglas (2001). Service with a smile: Emotional contagion in the service encounter. Academy of Management Journal, 44(5), 1018–1027.
Seligman, Martin E. P. (2011). Flourish. A Visionary New Understanding of Happiness and Well-being. New York: Free Press.
Tempel, Katharina (2021). Schenk dir das Leben, von dem du träumst. München: Gräfe und Unzer.
Häufige Fragen
Warum sind positive Emotionen so wichtig?
Sie sind mehr als ein gutes Gefühl im Moment. Positive Emotionen helfen dir, dich schneller von Stress zu erholen, bauen Ressourcen wie Selbstvertrauen und Sinn auf und stärken deine Beziehungen. Im Arbeitsalltag wirken sie sich auf Leistung, Teamklima und Zufriedenheit aus.
Was besagt die Broaden-and-Build-Theorie?
Die Theorie stammt von Barbara Fredrickson, Psychologieprofessorin an der University of North Carolina at Chapel Hill. Sie besagt, dass positive Emotionen kurzfristig unser Denken und Handeln erweitern (broaden) und dadurch langfristig persönliche Ressourcen aufbauen (build). Negative Emotionen verengen dagegen den Blick, sodass wir eher Probleme als Lösungen sehen.
Was ist das PERMA-Modell?
PERMA stammt von Martin Seligman, dem Gründervater der Positiven Psychologie, der es 2011 vorgestellt hat. Die fünf Buchstaben stehen für Positive Emotions, Engagement, Relationships, Meaning und Accomplishment, also fünf Wege zu mehr Wohlbefinden. Positive Emotionen bilden das P und sind oft der einfachste Einstieg.
Wie kann ich positive Emotionen gezielt auslösen?
Schon das Eintauchen in schöne Erinnerungen, Tagträumen oder das Erzählen von Erlebnissen aktiviert positive Emotionen. Denk an ein Treffen mit Freunden, an ein Kompliment von einem Kunden oder an deine nächsten Ferien. Und lenke deinen Fokus bewusst auf das, was gut läuft und was du gut kannst.
Woran merke ich, dass ich mich um meine Gefühle kümmern sollte?
Typische Anzeichen sind: Du hast kaum Zeit für dich, hast ein schlechtes Gewissen beim Geniessen, bist für alle da ausser für dich selbst, zweifelst an dir oder funktionierst nur noch. Dann lohnt es sich, innezuhalten, zu reflektieren und dir Unterstützung zu holen. Das ist ein Zeichen von Stärke.
Heisst das, ich soll immer positiv denken?
Nein. Negative Gefühle wie Angst, Wut oder Trauer haben eine wichtige Funktion und verdienen Raum. Forschung zeigt, dass Menschen, die ihre negativen Gefühle annehmen, psychisch gesünder sind. Es geht nicht darum, Negatives zu verdrängen, sondern dem Positiven bewusst genug Raum zu geben.




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