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Gesunde Teams statt teure Ausfälle: Drei Hebel, die Unternehmen jetzt brauchen

28. Sept.
10 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 8. Okt.

Kennst du diese Situation? Montagmorgen, kurz vor sieben. Eine Mitarbeiterin meldet sich krank, ausgerechnet jetzt, mitten im Go-live eines wichtigen Projekts. Gleichzeitig fällt dir auf, dass sie in den letzten Monaten immer wieder tageweise gefehlt hat, obwohl sie früher eine wichtige Stütze im Team war. Dass sie in den Pausen zuletzt wortkarg und verschlossen wirkte, nimmst du erst jetzt richtig wahr.


Du ahnst, was nun folgen könnte: Unruhe im Team, eine Verzögerung beim Kunden und zusätzlicher Druck auf alle anderen.


 

Organisationsberaterin Jacqueline Scherrer im Gespräch

 

Das Wichtigste in Kürze

  • Personalausfälle belasten nicht nur das Team, sondern kosten auch viel Geld. 42 Prozent der Schweizer KMU berichten von gestiegenen Kosten für Personalausfälle, bei grösseren KMU sind es 62 Prozent (AXA-KMU-Arbeitsmarktstudie 2026).

  • Psychisch bedingte Ausfälle nehmen zu. Gut ein Drittel der KMU ist mittelmässig oder stark davon betroffen.

  • Die Ursachen sind vielfältig: Neben privaten Belastungen nennen KMU vor allem zu hohe Arbeitslast, Konflikte und fehlende Wertschätzung. Einzelne Massnahmen greifen deshalb häufig zu kurz.

  • Gesunde und leistungsfähige Teams entstehen im Zusammenspiel von guten Arbeitsbedingungen, gesundheitsorientierter Führung und wirksamer Selbstführung.

  • Das Modell PERMA-Lead® verbindet diese Ebenen: Führungskräfte fördern positive Emotionen, Engagement, Beziehungen, Sinn und Zielerreichung bei ihren Mitarbeitenden und pflegen sie gleichzeitig bei sich selbst.

  • Wirksame Selbstführung stärkt unter anderem Selbstwirksamkeit, Stressregulation und die Fähigkeit, auch in anspruchsvollen Situationen bewusst zu handeln.

  • Selbstführung ersetzt weder klare Strukturen noch verantwortungsvolle Führung. Sie ergänzt diese und wirkt am besten in einem unterstützenden Arbeitsumfeld


Die Inhalte dieses Blogartikels

•       Schlussgedanke

Personalausfälle werden für grössere KMU zunehmend teuer


Die KMU-Arbeitsmarktstudie 2026 von AXA, durchgeführt vom Forschungsinstitut Sotomo, hat 336 Schweizer KMU befragt. 42 Prozent der Unternehmen berichten, dass die Kosten für Personalausfälle in den letzten fünf Jahren gestiegen sind. Bei den grösseren KMU mit 50 bis 250 Mitarbeitenden sind es sogar 62 Prozent.


Personalausfälle sind deshalb nicht nur ein Gesundheitsthema, sondern eine Führungs- und Unternehmensaufgabe mit einer erheblichen betriebswirtschaftlichen Dimension.


Arbeitsbezogener Stress verursacht laut dem Job-Stress-Index 2022 jährlich rund 6,5 Milliarden Franken an vermeidbaren Produktivitätsverlusten. Darin enthalten sind Kosten durch Absentismus (krankheitsbedingte Abwesenheit) und Präsentismus (eingeschränkte Leistungsfähigkeit trotz Anwesenheit).


•       Rund 1,5 Milliarden Franken beziehungsweise 23 Prozent entfallen auf Absentismus.

•       Etwa 5 Milliarden Franken beziehungsweise 77 Prozent auf Präsentismus.


Womit kämpfen Schweizer KMU aktuell?


Die Studienautorinnen und -autoren der KMU-Arbeitsmarktstudie 2026 ziehen ein klares Fazit:

«Die mentale Gesundheit der Belegschaft entwickelt sich zu einer drängenden Herausforderung für Schweizer KMU.»

Psychisch bedingte Ausfälle haben zugenommen. Gut ein Drittel der befragten KMU ist mittelmässig oder stark davon betroffen. Das ist ein Anstieg von zehn Prozentpunkten gegenüber 2023.




 

Weniger Personal erhöht den Druck auf die verbleibenden Mitarbeitenden. Steigt die Belastung dauerhaft, drohen weitere Ausfälle und damit noch mehr Arbeit für das bestehende Team. So kann eine Dynamik entstehen, die sich zunehmend selbst verstärkt.


Was belastet Mitarbeitende am meisten?


Die Gründe für psychische Belastungen sind vielfältig, und sie machen nicht an der Bürotür halt. Fast die Hälfte der befragten KMU (46 %) nennt private Belastungen als häufigsten Faktor. Das zeigt, wie eng Privatleben und Arbeitsleistung miteinander verbunden sind. Wer zu Hause eine schwierige Zeit durchmacht, bringt diese Last mit in den Arbeitsalltag.


Trotzdem liegt ein erheblicher Teil der Ursachen direkt im Arbeitsumfeld. Gut ein Drittel der KMU (36 %) sieht eine zu hohe Arbeitsbelastung als zentralen Auslöser. Danach folgen Konflikte im Team oder mit Vorgesetzten sowie mangelnde Wertschätzung. Das sind Faktoren, auf die du als Führungsperson direkt Einfluss nehmen kannst.


Besonders spannend ist ein Detail: Betriebe, die auf Freiheit und Eigenverantwortung setzen, nennen eine hohe Arbeitsbelastung häufiger als Hauptgrund (41 %) als Betriebe ohne dieses Leitprinzip (32 %). Diese wiederum berichten deutlich öfter von fehlender Wertschätzung

(27 % gegenüber 16 %).


Was bedeutet das für dich? Freiheit allein schützt nicht vor Überlastung. Wo Mitarbeitende viel Verantwortung tragen, braucht es klare Prioritäten, Grenzen und eine Kultur, in der man «Nein» oder «Ich brauche Unterstützung» sagen darf. Und wo Strukturen enger sind, wird Wertschätzung zum entscheidenden Hebel. Beides hat viel mit Führung zu tun, und beides lässt sich gestalten.


Aus meiner Erfahrung in der Begleitung von Führungskräften weiss ich: Echte und regelmässige Wertschätzung macht einen spürbaren Unterschied. Wenn Leistung gesehen und gewürdigt wird, stärkt das Motivation, Vertrauen und Zugehörigkeit.


Was kann psychisch bedingten Ausfällen vorbeugen?


Psychisch bedingte Ausfälle haben selten nur eine Ursache. Sinnvoll ist deshalb, drei Ebenen gemeinsam in den Blick zu nehmen:





Gerade der zweite und dritte Hebel werden durch die aktuelle AXA-Studie gestützt: KMU mit einer Führungskultur, die auf Eigenverantwortung setzt, berichten seltener von psychisch bedingten Fehlzeiten als Unternehmen ohne dieses Leitprinzip. Das zeigt einen bedeutsamen Zusammenhang, auch wenn daraus noch keine eindeutige Ursache-Wirkungs-Beziehung abgeleitet werden kann. Gleichzeitig nennen genau diese Betriebe häufiger die Arbeitsmenge als Grund, wenn Belastung entsteht. Eigenverantwortung entfaltet ihre gesundheitsfördernde Wirkung also vor allem dann, wenn sie mit klaren Prioritäten und echter Entlastung einhergeht.


Wie die drei Ebenen zusammenwirken


Stell dir einen Garten vor.

Gute Arbeitsbedingungen sind der Boden.

Gesundheitsorientierte Führung ist die Pflege.

Selbstführung sind die Wurzeln, mit denen jede Pflanze Nährstoffe aufnimmt.


Fehlt eines davon, gedeiht wenig. Der beste Boden nützt nichts ohne Pflege. Und die beste Pflege stösst an Grenzen, wenn die Wurzeln nicht tragen.


Im Alltag zeigt sich das schnell. Eine Führungskraft kann noch so wertschätzend sein. Ist die Arbeitsmenge dauerhaft zu hoch, verpufft ihre Wertschätzung. Und klare Strukturen helfen wenig, wenn jemand die eigenen Warnsignale übergeht.


Und dann ist da noch das Licht. Junge Sonnenblumen drehen ihre Köpfe im Lauf des Tages mit der Sonne von Osten nach Westen. Die Biologie nennt das Heliotropismus.


Der Organisationsforscher Kim Cameron von der University of Michigan hat dieses Prinzip auf Menschen und Organisationen übertragen. Er spricht vom Heliotropic Effect: Lebendige Systeme wenden sich positiver Energie zu und von negativer Energie ab.


Für dich als Führungskraft heisst das: Menschen orientieren sich an dem, was sie stärkt. Wertschätzung, Vertrauen und echte Anerkennung wirken wie Licht. Sie ziehen Engagement an. Dauernde Kritik und Druck bewirken das Gegenteil. Menschen wenden sich innerlich ab.


Das gilt auch für dich selbst. Du kannst dich bewusst dem zuwenden, was dir Energie gibt. Genau hier setzt PERMA-Lead® an.


PERMA-Lead®: ein Modell, das die Ebenen verbindet


Das Modell PERMA-Lead® von Dr. Markus Ebner überträgt das PERMA-Modell des Psychologen Martin Seligman auf die Führung. Es beschreibt fünf Bereiche, in denen Menschen aufblühen. Und es fragt: Wie fördert Führung diese Bereiche gezielt?


Das Besondere daran: Jede Dimension wirkt auf zwei Ebenen. Du förderst sie bei deinen Mitarbeitenden. Und du pflegst sie bei dir selbst.


Dimension

Was Führung stärkt

Was Selbstführung beiträgt

P  Positive Emotionen

Erfolge sehen und Wertschätzung aussprechen

Die eigene Energie wahrnehmen und regulieren

E  Engagement

Aufgaben nach Stärken verteilen

Die eigenen Stärken kennen und bewusst einsetzen

R  Beziehungen

Vertrauen schaffen, Unterstützung ermöglichen

Um Hilfe bitten und Nein sagen

M  Sinn

Das Warum hinter Aufgaben erklären

Ziele an den eigenen Werten ausrichten

A  Zielerreichung

Klare, erreichbare Ziele und Prioritäten setzen

Fortschritte erkennen und Selbstwirksamkeit stärken

 

Wenn du die Belastungsfaktoren aus der Studie danebenlegst, fällt etwas auf.

Zu hohe Arbeitslast tangiert die Zielerreichung.

Konflikte betreffen die Beziehungen.

Fehlende Wertschätzung reduziert die positiven Emotionen.


Die Ursachen für psychische Belastungen liegen also genau dort, wo PERMA-Lead® ansetzt.


Führung beginnt bei dir


Ein Punkt geht dabei oft verloren. Führungskräfte können nur weitergeben, was sie selbst in sich tragen. Wer dauerhaft über die eigenen Grenzen geht, sendet dem Team ein klares Signal. Wer die eigene Energie ernst nimmt, gibt anderen die Erlaubnis, dasselbe zu tun.

So wie du dich führst, führst du auch andere.



Selbstführung stärkt die persönlichen Ressourcen und gesunde Teams


Unternehmen, in denen hohes Arbeitstempo, Druck, Doppelspurigkeiten und viele parallele Themen den Alltag prägen, handeln weitsichtig, wenn sie nicht nur Strukturen und Führung überprüfen, sondern auch gezielt in die Selbstführung ihrer Mitarbeitenden und Führungskräfte investieren.


Zu den Schlüsselkompetenzen der wirksamen Selbstführung gehören:


  • Den persönlichen Energiezustand regelmässig wahrnehmen, als inneren Kompass nutzen und gezielt regulieren, um auch in schwierigen Situationen handlungsfähig zu bleiben.

  • Eigene Gedanken, Emotionen und Verhaltensmuster bewusst beobachten und beeinflussen.

  • Sinnvolle Ziele setzen, die mit den eigenen Werten übereinstimmen, und die Aufmerksamkeit und innere Absicht (Intention) konsequent darauf ausrichten.

  • Durch wirksame Selbstgespräche und gezielte Selbstmotivation neue Denk- und Handlungsmuster etablieren.

  • Die mentale Vorstellungskraft (Imagination) nutzen, um Motivation und Umsetzungskraft zu erzeugen.


Selbstführung ist besonders dort ein Leistungs- und Engagementfaktor, wo Mitarbeitende eigenständig priorisieren, Entscheidungen treffen und mit Veränderung umgehen müssen. Sie stärkt Ressourcen wie Selbstwirksamkeit, Stressregulation und Sinnorientierung.


Sie darf aber nicht als Individualpflicht missverstanden werden, wenn Überlastung, Rollenkonflikte, unklare Erwartungen, mangelnde Autonomie oder destruktive Führung die eigentlichen Ursachen sind. Selbstführung ersetzt keine guten Arbeitsbedingungen. Sie ergänzt sie.


Wissenschaftliche Befunde stützen diese Zusammenhänge. Die Metaanalyse von Harari et al. (2021), basierend auf 101 Studien und 111 unabhängigen Stichproben, zeigt, dass Selbstführung positiv mit wichtigen arbeitsbezogenen Ergebnissen wie Arbeitsleistung, Selbstwirksamkeit und positiven Arbeitseinstellungen zusammenhängt.


Selbstführung wird zur Zukunftskompetenz


Ich stelle immer wieder fest, dass Mitarbeitende wie auch Führungskräfte wenig darüber wissen, was gute Selbstführung eigentlich ausmacht und wie sie wirkt. Woher auch? Selbstführung steht bisher auf keinem Lehrplan. Ich würde mir wünschen, dass sie bereits in der Volksschule vermittelt wird, denn unsere schnelllebige Zeit fordert schon junge Menschen stark.


Es erstaunt darum wenig, dass genau solche Fähigkeiten an Bedeutung gewinnen. Der Future of Jobs Report 2025 des World Economic Forum zählt Resilienz, Flexibilität und Agilität, Motivation und Selbstwahrnehmung sowie Leadership und soziale Einflussnahme zu den Kompetenzen, deren Bedeutung weiter zunimmt. Technisches Wissen bleibt wichtig. Gleichzeitig gewinnen Fähigkeiten an Gewicht, die Menschen helfen, sich in einem dynamischen Arbeitsumfeld bewusst auszurichten und wirksam zu handeln.


Viele dieser Fähigkeiten lassen sich durch Selbstführung entwickeln und trainieren. In meinem FührungsIMPULS 1 «Positive Selbstführung: Mit Klarheit, Energie und innerer Stärke wirksam bleiben» erhalten Führungskräfte und Mitarbeitende fundiertes Wissen, praktische Werkzeuge und Raum für den gemeinsamen Austausch. Wir arbeiten bewusst in mehreren Kleingruppen mit jeweils maximal zwölf Personen. Darin erarbeiten die Teilnehmenden konkrete Hebel, mit denen sie Klarheit, Energie und innere Stärke im Arbeitsalltag fördern können.


Ein Mikro-Impuls für Führungskräfte


Frag deine Teammitglieder in den nächsten zwei Wochen einmal in einem persönlichen Gespräch, nicht per Mail:


«Wo würdest du gerne mehr selbst entscheiden können?»

Halte die Antworten fest. Oft zeigt sich ein Muster, an dem du ohne grossen Aufwand etwas verändern kannst.


Schlussgedanke


Gesunde und leistungsfähige Teams entstehen nicht durch eine einzelne Massnahme. Sie entwickeln sich dort, wo gute Arbeitsbedingungen, gesundheitsorientierte Führung und wirksame Selbstführung zusammenspielen.


Wer auf allen drei Ebenen investiert, stärkt die Voraussetzungen dafür, dass Menschen auch unter anspruchsvollen Bedingungen gesund, motiviert und handlungsfähig bleiben.


Und in deinem Unternehmen?


Welche Signale nimmst du in deinem Team wahr? Und wo könnten mehr Klarheit, Eigenverantwortung oder Entlastung einen Unterschied machen?


Wenn du gemeinsam hinschauen möchtest, vereinbare gerne ein kostenloses Klarheitsgespräch. Wir klären, wo dein Unternehmen aktuell steht und welche nächsten Schritte sinnvoll sind.




Titelblatt Guide: Die 3 häufigsten Stolpersteine in der Selbstführung von Unternehmer:innen und Führungskräften - Mit 5 Minuten-Selbstcheck und konkreten Sofortmassnahmen

Die 3 häufigsten Stolpersteine in der Selbstführung

Mit 5-Minuten Selbstcheck und konkreten Sofortmassnahmen




Portrait Organisationsberaterin Jacqueline Scherrer

Über die Autorin | Jacqueline Scherrer

Schön, dass du da bist. Ich begleite Unternehmer:innen und Führungskräfte auf dem Weg zu innerer Exzellenz und einer Führung, die Menschen aufblühen lässt. Im Zentrum meiner Arbeit steht die Positive Psychologie: die Wissenschaft, die erforscht, was ein gelingendes Leben und Arbeiten fördert. Was ich hier schreibe, verbindet Forschung mit zwanzig Jahren Praxis und über tausend begleiteten Menschen.


Elf Jahre UBS, zuletzt im Private Banking. Seit 2006 selbstständig, zuerst als Coach bso, dann als Organisationsberaterin mit eidg. Diplom und Beraterin der Positiven Psychologie. Parallel 20 Jahre als Ausbilderin in Persönlichkeitsentwicklungsthemen und in der Ausbildung angehender Coaches und Supervisoren. Der rote Faden: Wirtschaft und Weiterentwicklung verbinden – für Menschen, die wachsen und aufblühen wollen.


Ich lebe und arbeite in Wilen bei Wil in der Ostschweiz. Meine besten Gedanken kommen mir auf meiner täglichen Waldrunde, wo ich auch Energie tanke.


Wenn dich ein Gedanke aus diesem Beitrag nicht loslässt: → Klarheitsgespräch · Mehr über mich · LinkedIn





Quellen

Häufig gestellte Fragen

Wie viel kosten Personalausfälle Schweizer Unternehmen?

Laut dem Job-Stress-Index 2022 verursacht arbeitsbezogener Stress in der Schweiz jährlich rund 6,5 Milliarden Franken an vermeidbaren Produktivitätsverlusten. Rund 77 Prozent davon entfallen auf Präsentismus, also eingeschränkte Leistungsfähigkeit trotz Anwesenheit. Gemäss der AXA-KMU-Arbeitsmarktstudie 2026 berichten 42 Prozent der KMU von gestiegenen Kosten für Personalausfälle in den letzten fünf Jahren.


Was sind die häufigsten Ursachen für psychische Belastungen am Arbeitsplatz?

Die befragten KMU nennen private Belastungen am häufigsten (46 %), gefolgt von zu hoher Arbeitsbelastung (36 %). Danach kommen Konflikte im Team oder mit Vorgesetzten sowie mangelnde Wertschätzung. Auf die Faktoren im Arbeitsumfeld können Führungskräfte direkt Einfluss nehmen.


Was ist der Unterschied zwischen Absentismus und Präsentismus?

Absentismus bedeutet krankheitsbedingte Abwesenheit vom Arbeitsplatz. Präsentismus heisst, dass Mitarbeitende zwar anwesend sind, aber nur eingeschränkt leistungsfähig. Präsentismus ist oft weniger sichtbar, verursacht aber den grösseren Teil der Kosten.


Wie können KMU psychisch bedingten Ausfällen vorbeugen?

Am wirksamsten ist es, drei Ebenen gemeinsam anzugehen: gute Arbeitsbedingungen, gesundheitsorientierte Führung und wirksame Selbstführung. Einzelne Massnahmen greifen meist zu kurz, weil psychisch bedingte Ausfälle selten nur eine Ursache haben.


Was ist PERMA-Lead®?

PERMA-Lead® ist ein Führungsmodell von Dr. Markus Ebner. Es überträgt das PERMA-Modell von Martin Seligman auf die Führung und beschreibt fünf Bereiche, in denen Menschen aufblühen: positive Emotionen, Engagement, Beziehungen, Sinn und Zielerreichung. Führungskräfte fördern diese Bereiche bei ihren Mitarbeitenden und pflegen sie gleichzeitig bei sich selbst.


Was versteht man unter Selbstführung?

Selbstführung ist die Fähigkeit, die eigene Energie, Gedanken, Emotionen und Ziele bewusst wahrzunehmen und zu steuern. Sie stärkt Ressourcen wie Selbstwirksamkeit, Stressregulation und Sinnorientierung. Eine Metaanalyse von Harari et al. (2021) zeigt, dass Selbstführung positiv mit Arbeitsleistung und Selbstwirksamkeit zusammenhängt.


Ersetzt Selbstführung gute Führung?

Nein. Selbstführung ergänzt klare Strukturen und verantwortungsvolle Führung, sie ersetzt sie nicht. Wenn Überlastung, unklare Erwartungen oder destruktive Führung die eigentlichen Ursachen sind, darf Selbstführung nicht als Individualpflicht verstanden werden.


Warum gilt Selbstführung als Zukunftskompetenz?

Der Future of Jobs Report 2025 des World Economic Forum zählt Resilienz, Flexibilität und Agilität sowie Motivation und Selbstwahrnehmung zu den Kompetenzen, deren Bedeutung weiter zunimmt. Viele dieser Fähigkeiten lassen sich durch Selbstführung gezielt entwickeln und trainieren.


 


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