«Guter» und «schlechter» Stress – Wie Sie sich krank oder gesund denken

Woran merken wir, dass wir Stress haben? Interessanterweise verbinden wir das Wort immer mit negativem Stress, in der Fachsprache Dy-Stress genannt. Der negative Stress ist wie eine innere Stimme oder ein Gefühl, das uns vermittelt: «Das schaffe ich nie!», «Das ist mir zu viel».

Es gibt jedoch auch einen positiven Stress, in der Fachsprache Eu-Stress genannt. Etwas in uns sagt dann: «Das packe ich an!», «Das fordert mich heraus».

In einer Stressstudie der University of Wisconsin School of Medicine and Public Health (Keller, Lutzelman, Wisk, et al. 2012) wurden die Teilnehmer aufgefordert, eine 5-minütige Rede über ihre persönlichen Schwächen zu halten. Um den Druck noch zu steigern, mussten sie die Rede vor einer Gruppe verschiedener Experten halten. Die Experten wurden im Vorfeld gebrieft, negatives Körpersprache zu zeigen (wie Stirnrunzeln, Wegschauen, Kopfschütteln, tiefes Atmen, Seufzen). Damit der Druck noch weiter erhöht wurde, mussten alle Testpersonen eine Mathematikaufgabe bewältigen, die darin bestand von 996  in 7-Schritten zurückzählen. Die Experten feuerten sie währenddessen an, sie sollen schneller sein und noch schneller zählen. Machten die Testpersonen einen Fehler wurden sie mit der Aufforderung gestoppt, noch einmal von vorne zu beginnen. Sie können sich vorstellen, wie die Teilnehmer sich gestresst fühlten: das Herz schlug schneller, die Atmung erhöhte sich, ihnen standen Schweissperlen auf der Stirn.

Doch was passiert mit dem Körper, wenn die Teilnehmer vorher auf solch ein Experiment vorbereitet, ja geradewegs energetisiert werden?

Dies wurde mit Teilnehmern mittels eines Stresstests an der Harvard Universität gemacht. Ihnen wurde gesagt, dass die Stressreaktionen die sie verspüren hilfreich seien: zum Beispiel bereite sie der schnellere Herzschlag auf Aktion vor, die schnellere Atmung sei kein Problem, sondern transportiere mehr Sauerstoff ins Gehirn. Diese Teilnehmer, die im Vorfeld gelernt hatten, dass diese Reaktionen hilfreich für ihre Performance waren, zeigten sich weniger ängstlich, weniger gestresst und zuversichtlicher. Das Faszinierendste jedoch war, wie ihr körperlichen Reaktionen auf Stress sich veränderten. Die typischen Stressreaktionen sind normalerweise, dass das Herz schneller schlägt und sich die Blutgefässe verengen, was zu verschiedenen Krankheiten führen kann. Interessanterweise schlug zwar ihr Herz schneller, die Blutgefässe blieben jedoch entspannt, sie verengten sich nicht. Genau diese Reaktionen passieren in Momenten der Freude und des Mutes und zeichnen ein deutlich gesünderes Herz-Kreislauf-Profil ab. Über ein gesamtes Leben, welches auch immer mit stressigen Erfahrungen verbunden ist, kann diese biologische Veränderung DEN entscheidenden Unterschied machen.  Sie kann darüber entscheiden, ob Sie mit fünfzig Jahren stressbedingt an einer Herzattacke sterben oder bis neunzig gesund weiterleben. Faszit dieser Untersuchungen beweisen: Wie wir über Stress denken, ist sehr bedeutungsvoll.

Alleine dadurch, dass Sie sich in Zukunft an diese Zeilen erinnern, hilft dies Ihrem Körper dabei, in einer stressigen Situation gesünder zu reagieren. Denn Sie wissen nun, dass Ihr Körper mit seinen Reaktionen Ihnen hilft mit dieser Stresssituation sicherer und gesünder umzugehen. Vergessen Sie nicht: Ihr Körper glaubt Ihnen was Sie denken.

Möchten Sie im Alltag noch besser mit Stress umgehen können und Ihr Gesundheitskonto auffüllen? Dann kann es spannend und einfacher sein, mit einem guten Coach eigene Denkmuster oder Denkfallen zu erkennen. Ich unterstütze Sie gerne dabei.

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