Arbeitswelt heute

Unsere Gesellschaft entwickelt sich sehr rasch zur fast reinen Wissens- und Leistungsgesellschaft mit dramatischen Auswirkungen auf Berufe in der Wirtschaft. Jeder muss sich dauernd anpassen, flexible Arbeitsinhalte, -zeiten und -orte auf sich nehmen. Auch wenn wir in einer der reichsten und gemäss Umfragen auch glücklichsten Gesellschaften leben, wirken viele Menschen unruhig, unsicher und unter Druck. Leistungsgesellschaft heisst ja: Es ist nie genug, überall erreichbar sein, höher, schneller, besser. In diesem Rennen um Zahlen und Ziele gibt es unter Mitkonkurrenten wenig Offenheit und Vertrauen und damit Austausch zu eigenen Schwächen oder Schwierigkeiten. Wohin also bei Schlafstörungen, Panikgefühlen, dem Gefühl von Leere, Energielosigkeit und Niedergeschlagenheit?
 

Wenn Sie sich selber oder andere Menschen in einer der unten beschriebenen 12 Phasen (12 Phasen nach Freudenberger) wiedererkennen, braucht es das offene Ohr einer Fachperson, einen begleiteten Gesprächsprozess, damit Sie wieder in Kontakt mit Ihren eigenen Ressourcen kommen und wieder eigene Ziele verfolgen können, wieder die Kontrolle über Ihr Leben gewinnen und in Ihre eigene Kraft kommen. Erst durch das Reflektieren und Verstehen des eigenen Denkens, Fühlens und Handelns können neue Perspektiven eingenommen und Verändungen in eine gesunde Balance angegangen werden. Ein wichtiges Ziel ist es, dank einem guten Selbstmanagement langfristig ausgeglichen und gesund das Leben zu meistern. Bei berufsbezogenem Stress muss gleichzeitig immer auch die systemische Komponente mitberücksichtigt werden sowie auf der individuellen Ebene der gesamte Berufsweg, das persönliche Umfeld, die eigene Identität und die Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns (salutogenes Kohärenzmodell nach Antonovsky 1979 (2).

Als Coach habe ich in den letzten Jahren viele Kunden in unterschiedlichen Burnoutstadien begleitet. Meine Erfahrung zeigt, dass ein frühes Erkennen von möglichen Anzeichen auf ein Burnout den Gesundungsverlauf positiv beeinflussen kann. Ich stehe Ihnen gerne zur Verfügung, wenn Sie unsicher sind oder Fragen haben.
 
 
1. Der Zwang sich zu beweisen
Dieses Stadium im Burnout-Zyklus ist am schwierigsten zu erkennen, da der Wunsch erfolgreich zu sein, im Grunde positiv ist. Gewinnt der Wunsch jedoch zuviel an Dynamik und wird die Verbissenheit zu stark - wird der Wunsch zum Zwang, ausgelöst durch übertriebene Erwartungen an sich selbst.

  
2. Verstärkter Einsatz

...entsteht häufig aus der Angst die Kontrolle zu verlieren. Sorgfalt, Perfektionismus und Engagement werden zwanghaft. Ebenfalls typisch für diese Phase ist die Unfähigkeit zu delegieren.

 
3. Subtile Vernachlässigung eigener Bedürfnisse

Die Arbeit bzw. Ihre Aufgabe hat Sie voll im Griff. Die kleineren alltäglichen Pflichten und Freuden empfinden Sie als lästig und störend. Zum Beispiel werden Pausen als überflüssig erachtet, die Ernährung als nebensächlich angesehen oder der Körper vernachlässigt.

 
4. Verdrängung von Konflikten und Bedürfnissen

Sie bemerken zwar, dass etwas ganz und gar nicht mehr stimmt und die Vernunft sagt Ihnen, dass Sie zurückfahren müssen aber Sie stellen immer wieder Ihre Bedürfnisse hinter den Anforderungen an das 'Große Ziel' zurück. Die Heimlichkeiten und das Zurückziehen beginnen, denn niemand darf wissen, wie es Ihnen wirklich geht. Häufig entstehen in dieser Phase Süchte.

 
5. Umdeutung von Werten

Emotional ist diese Phase von Desorientierung geprägt. Ein häufiger Auslöser ist hier ein gestörter Zeit-begriff. Die Belastung, der Druck ist jetzt so hoch, dass Vergangenheit und Zukunft ausgeblendet  werden müssen und nur die Gegenwart zählt. Dadurch geht die Relativität der Ereignisse verloren, Wichtiges ist von Unwichtigem nicht mehr zu trennen. 
 

6. Verstärkte Verleugnung auftretender Probleme

Die Verleugnung ist hier als Schutzmechanismus zu verstehen und ist zumeist ein unbewusster Prozess. Die Verleugnung verschleiert den Burnout-Prozeß. Die subtilen Vernachlässigungen der persönlichen Bedürfnisse verstärken sich, wie auch der Zynismus.

 
7. Rückzug

Die Gefühle von Hoffnungslosigkeit und Orientierungslosigkeit nehmen überhand. Die Desillusionierung und emotionale Verflachung ist vorherrschend und Sie ziehen sich vor sich selbst und der Welt zurück.

 
8. Beobachtbare Verhaltensänderung

Der Rückzug verstärkt sich noch weiter und Sie fühlen sich von jeder Zuwendung angegriffen. Die Unter-scheidungsfähigkeit ist weitgehend gestört, was Unterstützung, Aufmerksamkeit und Nähe angeht.

 
9. Depersonalisation

Hier entsteht der Verlust des Gefühls für die eigene Persönlichkeit und damit geht auch der letzte Rest des Erkennens eigener Bedürfnisse verloren. Daraus folgt eine tiefe Selbstverneinung, die sich auf den eigenen Körper und die eigene Person bezieht.

 
10. Innere Leere

In dieser Phase entstehen häufig schwere Phobien und Panikattacken. Das Gefühl der inneren Leere ist kaum zu ertragen, die Betroffenen fühlen sich nutzlos, ausgezehrt, erledigt - kurz, einfach fertig. Um die-sen Zustand noch halbwegs auszuhalten, es gibt noch immer den schwachen Wunsch irgendwie aufzu-tanken - wird hier häufig zu Drogen und Aufputschmitteln gegriffen.

 
11. Depression

An diesem Punkt ist einem einfach alles egal. Die Verzweiflung und die Erschöpfung haben das Ruder vollends übernommen und sind oft die einzigen wahrnehmbaren Gefühle. Die Initiative und Motivation sind am Nullpunkt angekommen, die Depression ist manifest geworden. Ein starkes Symptom ist hier der Wunsch nach Dauerschlaf - erste Suizidgedanken tauchen auf.

 
12. Völlige Burnout-Erschöpfung

Die geistige, emotionale und körperliche Erschöpfung wird hier lebensgefährlich. Es gibt kein 'Ich' mehr, die ursprünglichen Zwänge haben sich aufgelöst und damit der Sinn weiterzuleben. Häufig bricht hier auch das Immunsystem zusammen. Dieses Stadium ist eine ernsthafte Krise! Bitte lassen Sie sich helfen - es handelt sich um einen absoluten Notfall!

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